Die Selbsthilfe beruht auf den Erfahrungsaustausch
von Menschen mit den gleichen Sorgen und Problemen.
Die Form der Selbsthilfe, also das voneinander
lernen, gibt es aber auch bei positiven Dingen. Eigentlich überall da,
wo man von den Erfahrungen von anderen Menschen lernen will. Das kann
zum Beispiel bei der Kindererziehung, bei technischen Problemen, aber
eben auch bei Krankheiten, wie die Alkoholsucht sein, welche Form der
Selbsthilfe wohl am meisten verbreitet ist.
Der Erfahrungsaustausch von Betroffenen der
Alkoholsucht in Selbsthilfegruppen ist aber auch deshalb so wichtig, weil das Lernen von
anderen Menschen einen Rückfall verhindern kann. Menschen, die es über
einen längeren Zeitraum geschafft haben, ohne Alkohol zu leben und
dabei glücklich sind, können noch hilfesuchenden und
alkoholkonsumierenden Menschen motivieren, etwas gegen ihre Alkoholabhängigkeit
zu tun.
Wie sie es geschafft haben, wie sie Situationen
gemeistert haben, wie sie mit Problemen und eventuell auch Rückschlägen
umgegangen sind, kann anderen Menschen aufzeigen, welche Schritte und
Lebensveränderungen nötig sind, um ebenfalls ein nüchternes und
zufriedenes Leben zu erlernen bzw. zu führen.
Fehler, die andere Menschen auf ihren Weg bereits begangen haben, braucht
niemand zu wiederholen, wenn er oder sie vertrauen kann. Das heisst aber
auch, die eigenen Gedanken in Frage zu stellen und anderen Menschen zu
vertrauen.