Die Entstehung von Selbsthilfegruppen, also der
Erfahrungsaustausch von Menschen mit gleichen oder ähnlichen Problemen,
geschah auf der persönlichen Ebene, wo sich dann Menschen trafen. Die
realen Kommunikationsmittel ermöglichten Gespräche, wie sie bei jedem
Gespräch stattfinden. Ein Mensch redet ja nicht nur mit dem Mund,
sondern akutliiert sich auch über Gesten und Wahrnehmungen.
In Zeiten der neuen Medien, wie auch das Internet,
entwickeln sich immer mehr Selbsthilfegruppen zu Onlineselbsthilfegruppen, wo der Sichtkontakt fehlt.
Beide Formen haben ihre Vorteile, aber auch
Nachteile. Die Sichtweisen der Betroffenen gehen dabei oft auseinander.
Ein Vorteil eines Onlineforum ist, dass
es viel mehr Erfahrungen gebündelt gibt und auch das die Angst vor dem
reden vor fremden Menschen, nicht gegeben ist. Viele alkoholkranke
Menschen haben Angst, über sich und ihre Probleme zu reden. In einer
Onlineselbsthilfegruppe haben sie so die Möglichkeit, ihre Sorgen
aufzuschreiben und sich dann die Antworten, die auf die Erfahrungen von
anderen Betroffenen beruhen, durchzulesen.
Diese Möglichkeit gibt es dann auch rund um die
Uhr und egal, wie sehr die Eigenliebe, das Selbstvertrauen am Anfang
ausgeprägt ist, jeder kommt zu Wort, ohne befürchten zu müssen, sich
in einem realen Gespräch nicht so verständlich mache zu können, wie
man es ja eigentlich möchte.
Schreiben bedeutet auch, dass man seine Gedanke in
Worte und Sätze formulieren muss wo dann oft genauer über sich
nachgedacht wird, als wenn man sich in einem lockeren Gespräch unterhält.