Alkoholiker, die die
Vorteile und Nachteile ihres Alkoholkonsums bzw. ihres bisherigen Lebens
gegenüberstellen, haben hohe Erwartungen, die durch ein Leben ohne
Alkohol aufzubauen sind.
Ist der persönliche Tiefpunkt, wo der Alkoholiker jede
Hilfe annimmt, die er oder sie
braucht, noch nicht erreicht, wird dieses neue Leben oft in Frage
gestellt.
Diese Zweifel, ob man denn
nun wirklich alkoholkrank ist und es nötig hat, ein Leben ohne Alkohol
zu führen, werden oft durch Verzichtsgedanken getragen, weil für diese
Alkoholiker der Alkohol irgendwo noch was Positives hat.
Habe ich aber eingesehen,
dass ich durch den Alkohol fremdbestimmt werde und nicht mehr
uneingeschränkt über mein Leben entscheiden kann, weil der Alkohol
immer zuerst kommt, habe ich verstanden, das ich nicht ein Verzicht übe,
sondern das Leben ohne Alkohol eine Lebensbereicherung
für mich ist.
Verzichtsgedanken können ja
nur aufkommen, wenn ich mich von etwas nicht trennen will, die
Notwendigkeit nicht einsehe und es womöglich nur anderen Menschen zu
Liebe in Kauf nehmen.
Diese Zweifel und das Abwägen
von Vor- und Nachteilen werden meinen Erwartungen nie gerecht, weil das
nüchterne Leben nicht das gibt, was sich der Alkoholiker wünscht.