Ist in einer Beziehung oder Familie ein
Alkoholiker, beeinträchtigt es nicht nur das Leben des trinkenden
Partners, sonder auch das Leben der anderen Familienangehörigen und
der ganzen Ehe. Eine Ehe
retten ist dann kaum möglich.
Das Zusammenleben ist oft von Streit geprägt, weil
es ständig um den Alkoholkonsum und dadurch ausgelöste Verhalten des
Alkoholikers geht. Beide Seiten sind mit sich und dem Eheleben nicht
zufrieden und suchen nach Lösungswegen, wie sie jeder f? sich
zufrieden werden können.
Für einen nichteinsichtigen Alkoholiker, der seine
Alkoholabhängigkeit nicht erkannt und eingesehen hat, wird der Alkohol
immer an erster Stelle stehen. Eine Persönlichkeitsveränderung kann ein Bestandteil sein. Bei Streitgesprächen wird er Änderung
versprechen, aber meist sind es nur leere Worte. Manchmal wird über
einen kurzen Zeitraum der Alkoholkonsum reduziert, aber im Laufe der
Zeit wird sich der Alkoholkonsum wieder steigern.
Für den nichttrinkenden Partner ist es eine
ausweglose Situation, solange der Alkoholiker keine Hilfe in Anspruch
nimmt und sich seiner Alkoholkrankheit stellt. Eine Ehe mit einen Alkoholiker, der uneinsichtig ist, wird sehr schwer sein,
auf Dauer aufrecht zu erhalten.
Der Partner und oft die ganze Familie entwickeln eine Coabhängigkeit,
die das eigene Leben beeinträchtigt. Es entstehen Schuldgefühle, weil
viele Partner glauben, es ist ihre Schuld, das der Alkoholiker so viel
trinkt und dadurch wird das eigene Leben soweit geopfert, das der
Alkoholiker zu einer Lebensveränderung bewegt werden kann, was diesen
aber erst recht zum trinken verleitet, denn durch die Fürsorge der
Familie kann er oft seinen persönlichen Tiefpunkt nicht erreichen, der
ihn zum nachdenken anregen kann.