Da es ein wichtiges Aufarbeitungsmerkmal für die
Alkoholsucht ist, sich mit anderen alkoholkranken Menschen
auszutauschen, sich also in Selbsthilfegruppen für Alkoholiker einen
Erfahrungsaustausch zu unterziehen, sollte jeder Betroffene die Angst zu
reden überwinden.
Vielen fällt es schwer, sich zu öffnen und über
seine Ängste und Gefühle zu reden. Bedingt durch den jahrelangen
Alkoholkonsum haben viele alkoholkranke Menschen ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstbewusstsein verloren und haben nun
Angst vor
fremden Menschen zu reden.
Eine Hilfe könnte sein, sich vertrauten Personen
anzuvertrauen, sie vielleicht als moralische Unterstützung mit in die
Selbsthilfegruppe zu nehmen oder auch erst nur zuzuhören und dann mit
einzelnen Gruppenmitgliedern den persönlichen Kontakt zu suchen und
dadurch die Ängste Schritt fuer Schritt abzubauen.
Die Angst ist zwar verständlich, aber eine
Selbsthilfegruppe für alkoholkranke Menschen sind alles Gleichgesinnte,
die gleiche oder ähnliche Probleme haben und man sich nicht schämen muss.
Eine gute Gruppe wird sich auf den Neuankömmling einstellen und auch
nicht zum reden drängen. Ein Besuch einer oder mehrerer Selbsthilfegruppen ist sehr
wichtig und wenn man erst nur zuhört und dann in kleinen Sätzen sich
in den Erfahrungsaustausch mit einbringt.
Über sich reden, sich bekannt machen und so den
anderen Teilnehmern zeigen, wo noch Informationsbedarf besteht, hilft für
die eigene Suchtaufarbeitung, Fehler zu erkennen und zu vermeiden.