Oft möchte ein alkoholkranker Mensch den für ihn
scheinbar leichteren Weg aus der Alkoholabhängigkeit gehen, in dem er
oder sie lieber eine ambulante Therapie in Anspruch nimmt.
Die ambulante Alkoholtherapie ermöglicht die Erhaltung
des bisherigen Lebens, der oder die Betroffene ist Abends zu Hause und
wird nicht aus dem täglichen Lebensumständen herausgerissen.
Da ein neues Leben ohne Alkohol aber viele
Lebensveränderungen erforderlich macht, ist es eher der schwierigere
Weg, wenn man sich für eine ambulante Therapie entscheidet.
Für diese Entscheidung spielen aber auch weitere
Faktoren eine Rolle, die wirklich hilfreich sein können und nicht durch
den Wunsch nach möglichst wenigen Veränderungen, sondern durch
wirkliche Hilfe getragen sind.
Eines dieser Merkmale ist das bisherige Leben. Führte
der oder die Betroffene ein einigermassen sozial- und gesellschaftliches
integriertes Leben, ging vielleicht noch einer Arbeit nach, hat
nichttrinkende und hilfreiche Kontakte im Familien- und Bekanntenkreis,
kann eine ambulante Therapie oft hilfreicher sein, als wenn der
alkoholkranke Mensch ?er Wochen oder Monate aus einen bisherigen Leben
gerissen wird.
Diese Entscheidung sollte aber niemals alleine
darauf beruhen, was der Alkoholiker möchte, weil dieser oft nicht
weiss,
was für ihn am Anfang wirklich richtig und hilfreich ist. Auch wenn es innerlich weh tut, Veränderungen sollten nach der Notwendigkeit getroffen werden.