Das Wort Alkoholabhängigkeit verbinden viele
Menschen mit einer Willensschwäche. Sie glauben, dass der oder die
Betroffene keinen Willen aufbringen kann, um sich aus einer Alkoholabhängigkeit
zu befreien.
Die Alkoholsucht und auch andere Süchte, sind
mittlerweile anerkannte Krankheiten und werden auch von jedem Arzt so
behandelt. Die Sucht ist eine psychische Krankheit, die zwar durch den
Willen zu Veränderungen, begleitend unterstützt werden kann, aber der
Willen alleine reicht nicht, um sich eine dauerhafte Nüchternheit, also
ein Leben ohne jeglichen erneuten Alkoholkonsum aufzubauen.
Das Leben eines Alkoholabhängigen wird oft durch
das Unterbewusstsein bestimmt, dass jegliche rationale Gedanken überdeckt
und trotz besseren Willens immer wieder zum Alkohol greifen lässt.
Ein Nichtsüchtiger kann deshalb auch nicht
wirklich nachvollziehen, wie ein suchtkranker Mensch denkt und warum er
oder sie so handelt.
Der Weg aus der Alkoholabhängigkeit ist ein
langwieriger Prozess, der alle Lebenssituationen umfasst. Da sich das
bisherige Leben immer nach der Notwendigkeit ausgerichtet hat, ständig
an Alkohol zu kommen, diesen auch trinken zu können, ist es für die
dauerhafte Nüchternheit sehr wichtig, alte Gewohnheiten abzulegen und
neu zu erlernen. Das bedeutet, dass das ganze bisherige Leben umgestellt
und viele Dinge, wie einem Kleinkind neu erlernt werden müssen. Oft
schließt das auch die Partnerschaft
des Suchtkranken ein, weil ein neues Leben auch den Charakter
verändert.
Nur sehr wenige Menschen schaffen es, sich aus der
Sucht zu befreien. Die chronische Alkoholkrankheit wird immer im
Hinterkopf sein und auf seine Chance warten, wenn das Leben nicht
risikominimierend verändernd wird.